Die Initiative für einen deutschen Männergesundheitsbericht

Als 2001 der „Bericht zur gesundheitlichen Situation von Frauen in Deutschland“ erschien, war für zahlreiche Wissenschaftler und Praktiker im Bereich der Männerarbeit klar, dass es eines parallelen Berichts bedarf, der die gesundheitliche Situation der Männer zum Thema hat. Denn obwohl die Medizin von Männern dominiert wurde, war der Mann in seiner Spezifik kaum im Blick.

2002 bildete sich unter der Koordination von Dr. Matthias Stiehler (Dresden), Professor Klaus Hurrelmann (Bielefeld) und Professor Theodor Klotz (Weiden) eine „Initiative für einen bundesdeutschen Männergesundheitsbericht“. Ihm gehörten mehr als 50 Wissenschaftler und Männerinitiativen an.

Politik reagiert ablehnend

Die Initiative trat 2002 mit einem ersten Brief an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend heran und regte die Ausschreibung eines ersten deutschen Männergesundheitsberichts an. Dem folgte eine Reihe von Schriftwechseln zwischen dem Initiativkreis und der Politik. Die Resonanz im politischen Bereich war zu diesem Zeitpunkt jedoch überwiegend ablehnend.

In dieser Haltung spiegelte sich die auch in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit verbreitete Ansicht wider, dass Männer keiner besonderen Aufmerksamkeit bedürften, weil ohnehin fast alles bekannt sei - auch in gesundheitlichen Fragen.

In der Folgezeit entwickelte sich die Männergesundheitsforschung und die gesellschaftliche Diskussion um die Stellung des Mannes in der Gesellschaft. Dabei wurden verbreitete Klischees zunehmend in Frage gestellt und es zeigte sich, dass es immer noch viele Wissenslücken gibt. Die Kluft zwischen gesundheitlichen Problemlagen von Männern und der öffentlichen Wahrnehmung wurde immer augenfälliger, die Sinnhaftigkeit eines Männergesundheitsberichts immer offensichtlicher.

Auf Grund dieser Entwicklung forderte die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. in einem Schreiben vom November 2007 das Bundesgesundheitsministerium auf, endlich den längst überfälligen „Männergesundheitsbericht für Deutschland“ in Auftrag zu geben. Das Ministerium lehnte einen Männergesundheitsbericht jedoch weiterhin ab.

Männergesundheitsbericht in eigener Regie

Deshalb fanden sich die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. und die Stiftung Männergesundheit zusammen, um einen eigenständigen Männergesundheitsbericht zu veröffentlichen. Ihr Bericht liegt nun vor - fast zehn Jahre nach Beginn der „Initiative für einen bundesdeutschen Männergesundheitsbericht“. Zum Ersten Deutschen Männergesundheitsbericht