Stiftung Männergesundheit

„Ein Mann, der zu beschäftigt ist, sich um seine Gesundheit zu kümmern, ist wie ein Handwerker, der keine Zeit hat, seine Werkzeuge zu pflegen“, sagt ein spanisches Sprichwort. Und deutsche Männer haben wenig Zeit: Im Beruf stark eingespannt ernähren sie sich ungesund, rauchen, trinken zu viel Alkohol, halten von Vorsorgeuntersuchungen eher wenig und gehen nicht selten an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Das Klischee vom „starken Geschlecht“, das keine Anzeichen von Schwäche zeigen darf, lässt es weithin als männlich gelten, Raubbau an der eigenen Gesundheit zu treiben.

Unsere gemeinnützige und unabhängige Stiftung Männergesundheit fördert daher seit 2006 das Gesundheits- und Vorsorgebewusstsein bei Männern. Wir entwickeln und unterstützen Vorsorgekampagnen, Früherkennungsprojekte sowie Forschungen zur Gesundheit des Mannes

www.Stiftung-Maennergesundheit.de

Herausforderung „Männergesundheit“

Denn Männer vernachlässigen sich nicht nur selbst, sie werden auch vernachlässigt: Während der Mann über Jahrhunderte hinweg Maßstab des medizinischen Fortschritts war, sind Ärzte heute häufig nur unzulänglich auf die Besonderheiten ihrer männlichen Patienten vorbereitet: Psychologische Beschwerden, Schwankungen des Hormonhaushaltes, männliches Rollenverständnis und schwierige soziale Rahmenbedingungen stellen Ärzte, Pflege- und Beratungspersonal vor neue Herausforderungen. Obwohl die Notwendigkeit einer speziellen medizinischen Versorgung für Männer in den letzten Jahren immer deutlicher geworden ist, fehlt Männern noch immer ein Vertrauensarzt, der sie – wie bei Frauen längst üblich – mit fachübergreifenden Kenntnissen von der Pubertät bis ins hohe Alter begleitet.

Stattdessen wird Männergesundheit in engen medizinischen Grenzen gedacht oder gar auf urogenitale Themen reduziert. Wer aber die Gesundheit des Mannes wirklich fördern will, muss körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden ganzheitlich stärken! Nicht allein medizinisch-biologisches Wissen ist gefragt, sondern auch ein breites Verständnis der soziokulturellen und psychosozialen Rahmenbedingungen.

Dialog unterschiedlicher Perspektiven

Der vorliegende Männergesundheitsbericht versammelt deshalb Experten unterschiedlicher Lebensbereiche, die einen Dialog aus vielfältigen Perspektiven ermöglichen. Der Bericht stellt die gesundheitliche Lage, die Gesundheitsversorgung, die Lebensweisen sowie das Gesundheitsverhalten von Männern dar. Neben den Erfolgen im Gesundheitszustand und in der gesundheitlichen Versorgung in den vergangenen 50 Jahren werden gegenwärtige Defizite in der männerspezifischen Gesundheitsförderung und der medizinischen Versorgung erörtert.

Seit der ersten Initiative für einen deutschen Männergesundheitsbericht im Jahr 2001 sind Wissenschaftler, medizinische Fachgesellschaften, Politiker und Krankenkassen noch immer zögerlich, männliche Gesundheitsprobleme zu akzeptieren und zielgerichtet zu beheben. Mit diesem Ersten Deutschen Männergesundheitsbericht möchte die Stiftung Männergesundheit daher den gesundheitlichen Belangen der Männer nicht allein zu medizinischer, sondern auch zu mehr gesellschaftlicher Aufmerksamkeit verhelfen.


Doris Bardehle
Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesundheit